Nützliche Wildbienen – wie wir ihnen helfen können

Wildbienen liefern uns zwar keinen Honig, aber sie sind enorm wichtig als Blütenbestäuber. Ohne ihre unermüdliche Arbeit würden wir kaum erfolgreich gärtnern können. Zwar sind sie nicht die einzigen Insekten, die für die Blütenbestäubung sorgen, aber in Deutschland die wichtigsten. Wir zählen rund 560 verschiedene Wildbienenarten im Land. Schützen und unterstützen wir sie!

Wissenswertes über Wildbienen

Wildbienen produzieren keinen Honig. Sie fliegen von Blüte zu Blüte um Pollen und Nektar als Nahrung für sich und ihre Jungen zu sammeln. Dabei legen sie kurze Distanzen zurück: Kleine Wildbienenarten fliegen maximal 300 Meter weit, große bis zu 1200 Metern. Ihr Leben dauert nur rund zwei Monate. Die Nester legen sie in altem Holz, Pflanzenstängeln oder in der Erde an. Eigentlich überall dort, wo sie geeignete Hohlräume finden.
Vor Wildbienen muss keiner Angst haben: Die bis zu 3 cm großen Insekten sind friedfertig und stechen nur im Notfall, wenn sie sich bedroht fühlen. Anders als Honigbienen haben sie keinen starken Stachel und können die Haut kaum durchbohren.

Wildbienen dürfen nicht mit Honigbienen verwechselt werden. Die gezüchteten Bienen gehen auf die Rasse Dunkle Honigbiene zurück. Dunkle Honigbienen sind ebenfalls eine wilde Bienenart, aber haben nichts mit den Wildbienen gemein.  

Ein weiterer interessanter Unterschied ist die Tatsache, dass Wildbienen keinen Staat bilden, sondern eher Einzelgänger sind. Jedes Weibchen ist für seinen eigenen Nachwuchs zuständig.

Was Wildbienen möchten

Ein wilder, bunter, duftender Garten ist ein Paradies für Wildbienen. Biodiversität erfreut auch das menschliche Auge und Herz. Lesen Sie deshalb nachfolgend, wie Sie Ihren Garten entsprechend gestalten können:

  • Sorgen Sie für eine kunterbunte Artenvielfalt. Wenn es nicht möglich oder nicht gewünscht ist, den ganzen Garten in eine «wildes Naturparadies» zu verwandeln, dann schaffen Sie einzelne Bereiche. Eine Wildblumenwiese und ein kleiner Teich werden von Wildbienen gerne angeflogen.
  • Legen Sie eine Kräuterspirale oder ein üppiges Kräuterbeet an. Es gibt zahlreiche Kräuter mit pollenreichen und nektarreichen Blüten, welche besonders gerne von Wildbienen besucht werden.
  • Halten Sie Ihren Garten frei von Pestiziden, verwenden Sie Biopflanzen und Bio-Dünger.
  • Bieten Sie verschiedene Brutmöglichkeiten an. Wie bereits erwähnt, benötigen Wildbienen Hohlräume. Im nächsten Abschnitt zeigen wir Ihnen, wie Sie diese schaffen können.

Nisthilfen für Wildbienen

Sie sind als Hummelkästen oder Insektenhotels bekannt und bieten Wildbienen lebenswichtige Hilfe: Nistplätze für Wildbienen sind immer schwieriger in der freien Natur zu finden. Deshalb sollten wir aktiv werden und artgerechte Plätze schaffen. Sie müssen nicht zwingend handwerklich begabt sein. Es bieten sich viele Möglichkeiten, Wildbienen ein Zuhause zu geben.

Lochziegel – Es gibt Lochziegel mit verschiedenen Bohrungen zu kaufen. Als Nisthilfe für Wildbienen sollten die Löcher nicht zu groß sein. Haben Sie aber bereits solche mit größeren Hohlräumen daheim, können Sie zum Beispiel Bambusstäbe hineinstecken. Diese werden gerne als Nistplätze von Wildbienen genutzt.

Bambusröhren – waagerecht ausgelegt, sind optimal, müssen aber an einer Seite verschlossen werden. Wildbienen nutzen Röhren, zum Beispiel auch von Schilf, gerne zur Ablage von Larven, die darin überwintern können und im Frühling schlüpfen.

Baumstämme, alte Äste – Liegen in einer Ecke von Hof oder Garten alte, dickere Äste, die längst getrocknet und mit Moos bewachsen sind, bieten diese einen geeigneten Unterschlupf für Wildbienen. Auch alte Baumstümpfe eignen sich.

Insektenhotels selber machen

Nicht nur Wildbienen, sondern beispielsweise auch Hummeln freuen sich über ein sogenanntes Insektenhotel. Bekannt auch als Bienenhotel oder Hummelhotel. Sie können ein solches fixfertig kaufen. Es gibt sie im Baumarkt, im Gartenbedarf und oft auch auf Märkten. Es macht aber viel mehr Spaß und ist vor allem für Kinder sehr lehrreich, ein Insektenhotel selbst zu basteln.

Wie wird ein Bienenhotel gemacht?

Da gibt es im Grunde genommen keine Vorschriften. Sie finden Bastelanleitungen im Internet, zum Beispiel auf YouTube. Aber auch ohne Vorlage können Sie eine solche Nisthilfe leicht herstellen. Besonderes handwerkliches Geschick wird nicht benötigt. Als Material ist Holz optimal.
Vielleicht steht auf Ihrem Grundstück ein alter Baumstamm oder Sie können ein dickes Stück Holz auftreiben. Wichtig ist, dass dieses gut getrocknet ist, also am besten schon ein paar Jahre abgestorben ist. Um den Wildbienen einen Platz zum Nisten anzubieten, bohren Sie einfach viele Röhren hinein. Achten Sie immer darauf, dass es im Holz auf keinen Fall Risse gibt. Sonst besteht die Gefahr, dass Regenwasser oder Schnee eindringt und die Larven der Wildbiene vernichtet.

Video: Bienen halten, ohne Imker zu sein

Blütenmeer für Wildbienen und andere Insekten

Wie schön, wenn Schmetterlinge im Garten tanzen, Wildbienen regelmäßig vorbeischauen und es in Ihren Beeten summt und brummt. Um das zu erreichen, sollten Sie auf duftende Blüten setzen. Optimal ist zudem ein Gartenteich. Hier können die Insekten ihren Durst stillen. Von einem Kräuterbeet profitieren beide Seiten: Sie haben leckere, gesunde Gewürzkräuter für die Küche zur Verfügung und die Wildbienen finden Nahrung. Blühende Kräuter, die besonders gut in einen üppigen Wildgarten passen, sind zum Beispiel Thymian, Salbei oder Rosmarin.

Ob Sie bunte Blumenteppiche aussäen möchten oder auf Zwiebelblumen zurückgreifen, spielt im Grunde genommen keine Rolle. Wählen Sie die Blumenarten und Stauden so, dass von Frühling bis Herbst immer einige am Blühen sind. Besonders beliebte Pflanzen, die in den meisten Gärten problemlos gedeihen, sind:

  • Glockenblumen
  • Astern
  • Chrysanthemen
  • Fetthenne
  • Seifenkraut
  • Lungenkraut
  • Wegwarte
  • Narzissen
  • Märzenbecher
  • Zierlauch
  • Rittersporn
  • Moschus-Malve
  • Flieder

und viele mehr.

An Rändern von Gartenteichen oder Bächen fühlen sich beispielsweise Mädesüß, Schlangenknöterich, Sumpf-Dotterblume, Sumpf-Scharfgarbe oder Weidenröschen wohl.

Ein Tipp: Der süßliche, an Mandeln erinnernde, Duft von Mädesüß zieht viele Insekten an. Aber auch für den Menschen ist die Pflanze enorm wertvoll. Getrocknet und als Tee aufgebrüht ist Mädesüß ein hochwirksames und gut verträgliches Mittel gegen allerlei Schmerzen.

Biodiversität für Wildbienen nicht nur im Garten

Auch wenn Sie keinen Garten besitzen, können Sie etwas für Wildbienen tun: Kaufen Sie Samen oder Samenbändern mit einer bunten Blumenmischung und verteilen Sie diese überall dort, wo Erde vorhanden ist. Das kann an Wegrändern sein, vor dem Haus oder unter einem Baum. Die Insekten werden es Ihnen danken. Natürlich schauen auch Honigbienen gerne überall dort, wo duftende Blüten wachsen, vorbei.

Wenn jeder seinen Teil leistet, den nützlichen Wildbienen das Überleben zu ermöglichen, profitieren alle davon. Ein natürlicher, chemiefreier Garten ist auch für den Mensch der perfekte Erholungsraum und für Kinder der schönste Spielplatz.

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