Löwenzahn – hartnäckiges, aber kerngesundes „Unkraut“

Löwenzahn wächst beinahe überall: an Feldrändern, auf Wiesen, an (und manchmal sogar auf) Wegen und er macht auch vor Beeten nicht Halt. Das vermeintliche Unkraut vermehrt sich fleißig und ärgert mit seiner Hartnäckigkeit viele Gartenbesitzer.

Im Frühling bedecken die leuchtend gelben Blüten den Rasen wie unzählige kleine Sonnen. Spätestens jetzt fangen zahlreiche Gärtner an, dem Kraut zu Leibe zu rücken. Dass sie damit ein richtiges Superfood, also eine kerngesunde Pflanze, beseitigen, ist vielen gar nicht bewusst!

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die weitverbreitete Pflanze ausführlich vor und haben auch diverse Tipps für Ihre Anwendung in Küche und Naturheilkunde parat.

Woher stammt Löwenzahn eigentlich?

Wahrscheinlich wächst Taraxacum officinale, wie die botanische Bezeichnung des Löwenzahns lautet, schon seit Menschengedenken in Mitteleuropa. Er kommt beinahe überall auf der Nordhalbkugel vor. Es handelt sich also um eine einheimische Heilpflanze und Küchenpflanze, die entgegen vielen anderen Kräutern nicht aus anderen Kontinenten zu uns fand. Aus diesem Grund sind viele uralte Anwendungsmöglichkeiten überliefert.

Der Löwenzahn ist, je nach Region, unter vielen verschiedenen Namen bekannt. So wird die ein- bis mehrjährige Pflanze auch Kettenblume, Pusteblume, Butterblume, Kuhblume, Pissblume, Mönchskopf, Hundeblume oder Sonnenwirbel genannt.

Löwenzahn im Garten – was tun?

Vielleicht freuen Sie sich nach dem Lesen dieses Ratgebers, wenn Sie frischen Löwenzahn direkt aus dem Garten ernten können. Aber wahrscheinlich möchten Sie ihm dennoch nicht die Entscheidung überlassen, wo er sich ansiedelt. Im Blumen- oder Gemüsebeet ist eigentlich kein Platz für Löwenzahn. Einfach ausreißen lässt er sich jedoch kaum. Seine Wurzeln können nämlich mit zu zwei Meter tief in die Erde reichen.

Diese wird durch die Pflanze aufgelockert, was einerseits ein Vorteil ist. Anderseits nimmt die Wurzel reichlich Spurenelement und Mineralstoffe aus dem Boden auf, welche Ihren Pflanzen letztendlich fehlen werden. Möchten Sie Löwenzahn loswerden, benötigen Sie geeignetes Werkzeug und viel Geduld.
Kinder freuen sich im Frühling über die Pusteblumen. Die kleinen «Schirmchen» tragen den Samen weiter und sorgen dafür, dass es auch im kommenden Jahr reichlich Löwenzahn gibt. Für die Erwachsenen bedeutet das: Wer erst jetzt handelt, hat keine Chance, die Weiterverbreitung der Pflanze zu verhindern. Jetzt geht nur noch Schadensbegrenzung.

Video: Löwenzahn im Rasen entfernen!

Gut zu wissen:

  • Löwenzahn komplett aus dem Garten zu vertreiben, ist beinahe unmöglich. Möchten Sie es trotzdem versuchen, fangen Sie rechtzeitig an: Sobald sich Pusteblumen bilden, haben Sie den «Kampf» schon verloren.

  • Stört Sie die Pflanze in erster Linie optisch, können Sie sie im Beet abreißen oder abhacken. Auf der Wiese genügt der Rasenmäher, um die Blüten zu beseitigen und der Samenbildung vorzubeugen.
  • Falls Sie nicht davor zurückschrecken, mit chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln gegen den Löwenzahn vorzugehen, können Sie diese verwenden. Jedoch setzen immer mehr Hobbygärtner auf natürliche Varianten.
  • Legen Sie sich einen Unkrautstecher zu, übernimmt dieses Gerät die schwierige Aufgabe, Löwenzahnwurzeln auszureißen. Ist die tiefe Pfahlwurzel erst einmal beseitigt, wird daraus kein Unkraut mehr entstehen.
  • Ärgern Sie sich über Löwenzahn, der an Mauern und zwischen Wegplatten oder in sonstigen Fugen wuchert, haben Sie ein Stück Arbeit vor sich: Auf Wegen ist es strikt verboten, mit Chemie nachzuhelfen, da die giftigen Mittel ins Nutzwasser gelangen können. Hier müssen Sie mit einem alten Küchenmesser oder einem Fugenkratzer ans Werk gehen.
  • Lässt sich die lange Wurzel des Löwenzahns nicht komplett entfernen, so wird sie bei dem Versuch doch häufig so weit beschädigt, dass sie keine neue Pflanze mehr ausbilden kann.

Löwenzahn geht nie so ganz

Egal, was Sie unternehmen, Ihr Löwenzahn wird immer wiederkommen! Bis zu zehn Jahre kann der Samen in der Erde überleben und wird früher oder später wieder keimen. Natürlich können Sie regelmäßig Ihren Garten nach jungen Löwenzahn Pflänzchen absuchen und diese sofort bekämpfen. Sie könnten aber auch damit beginnen, das einheimische Superfood zu nutzen!
Ein altes Sprichwort sagt: „Wenn du die ersten drei Löwenzahnblüten, welche du im Frühling entdeckst, isst, bleibst du das ganze Jahr über gesund!“

Grund genug, einen Blick auf die Inhaltsstoffe der weit verbreiteten Pflanze zu werfen!

Heilpflanze Löwenzahn – das steckt drin

Die Liste der im Löwenzahn enthaltenen Vitalstoffe ist lang. Sie wird vor allem wegen der Bitterstoffe, Vitamin B, C und E sowie einer beachtlichen Menge an gesunden Mineralien geschätzt. Hier sind vor allem Kalzium, Eisen und Kalium zu nennen. Auch Cumarine, Flavonoide und Omega-3-Fettsäuren liefert die so häufig vorkommende Pflanze. Warum also nicht nutzen, was uns die Natur bietet?
Löwenzahn stärkt das Immunsystem, reinigt das Blut, die Nieren und die Leber, fördert die Verdauung, entschlackt und beugt Gallensteinen vor.

Der Löwenzahn in der Küche

Zwischen Anfang Mai und ca. Mitte Juni können Sie die jungen Löwenzahnblätter für leckere, gesunde Salate nutzen. Probieren Sie doch mal einen Mischsalat aus Löwenzahn und weiteren Wildkräutern, wie beispielsweise Vogelmiere, Knoblauchrauke und Wiesenschaumkraut. Ihre Abwehrkräfte und der Stoffwechsel werden es Ihnen danken und Frühjahrsmüdigkeit hat keine Chance mehr.
Der Geschmack des Löwenzahns erinnert an Chicorée. Die Blüten schmecken nach Honig und sind angenehm süß.
Klein geschnitten schmecken junge Löwenzahnblätter auf Butterbrot, in Kräuterquark, Eierspeisen und Suppen. Sie lassen sich auch wie Spinat zubereiten.

Von Frühling bis in den Herbst hinein können die Blütenstängel aufgeschnitten und zerteilt Salaten und Gemüsegerichten beigegeben werden. Aus den Blüten lassen sich Wein, Sirup und Gelee herstellen. Selbst die Blütenknospen finden in der Küche Verwendung: Sie können diese zu pikanten Kapern verarbeiten.
Die Blütenblätter bilden mit ihrer leuchtend gelben Farbe einen schönen Kontrast zu vielen Speisen und sind deshalb als Dekoration beliebt. Möchten Sie sie trocknen, achten Sie bitte darauf, einen dunklen Ort zu wählen. Dann behalten die Blütenblätter ihre wunderbare Farbe.

Die Wurzeln des Löwenzahns sind besonders reich an Kalium und regen deshalb die Harnbildung und -ausscheidung an. Darauf ist wohl der Beiname „Pissnelke“ zurückzuführen. Die Wurzeln werden zwischen September und März gesammelt und klein geschnitten für Salate oder Gemüsespeisen genutzt.
Getrocknete Löwenzahnwurzeln können geröstet und als Kaffee gebrüht werden. Ein Tee aus der Wurzel des Löwenzahns unterstützt die Leber. Seine Wirkung auf den Stoffwechsel kann sich im gesamten Gewebe zeigen, besonders das Bindegewebe soll davon profitieren.

Der Löwenzahn ist die perfekte Pflanze für eine Frühjahrskur, liefert aber das ganze Jahr über gesunde Vitalstoffe. Natürlich müssen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen, wenn Sie ernsthaft krank sind oder über einen längeren Zeitraum Beschwerden haben!

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