Moos im Rasen oder in der Blumenwiese

Für viele Hobbygärtner ist der Rasen so etwas wie die Visitenkarte. Er wird gepflegt und gehegt und muss dem prüfenden Blick des Gartennachbars standhalten. Es muss nicht gleich ein englischer Rasen sein, aber Unkraut und Moos sind lästig und sollten verhindert werden. Schmückt Ihren Garten allerdings eine Blumenwiese voller Blüten und Wildkräuter, muss das Problem mit dem Moos anders angepackt werden.

Wenn der Rasen Probleme macht

Eine gepflegte Rasenfläche wächst gleichmäßig dicht und besitzt ein sattes Grün. Um das zu erreichen, benötigt sie von Anfang an eine intensive und kontinuierliche Pflege. Entdecken Sie Moos, Unkraut oder sogar Lücken in der Grasnarbe, sind dies Anzeichen für einen ungesunden Rasen. Leider trifft das häufig zu, wenn ein Garten von einem Vorgänger übernommen wird.

Möchten Sie sich mit der unschönen Grünfläche nicht zufriedengeben, dann wird es höchste Zeit, die richtigen Gegenmaßnahmen zu starten.
Nachfolgend finden Sie jede Menge Tipps, die Ihnen zu einem beneidenswert schönem Rasen verhelfen.

Warum entsteht Moos im Rasen?

Eine vermooste Rasenfläche erscheint nicht nur vernachlässigt und falsch gepflegt, sondern schränkt auch die Nutzung ein. Bei Regen kann die Feuchtigkeit nicht in den Boden einziehen und bleibt liegen. Die Fläche wird rutschig und büßt an Standfestigkeit ein. Je nach Licht-, Feuchtigkeit- und Bodenbeschaffenheit bilden sich unterschiedliche Moosarten. Die wohl häufigste Art ist das Sparrige Kranzmoos (Rhytidiadelphus squarrosus). Die Pflanze ist sehr anpassungsfähig und robust. Die Ausbreitung findet über Sporen statt und verläuft schnell.

Um den Störenfried erfolgreich und nachhaltig zu bekämpfen, sollten Sie die Ursachen für sein Wachstum kennen. Diese können sehr unterschiedlich sein:

- stark verdichteter Boden
- anhaltende Staunässe
- falsche Bodenbeschaffenheit
- Nährstoffmangel, vor allem zu wenig Stickstoff
- zu niedriger pH-Wert. Ist der Boden übersäuert, freut sich das Moos. Ein gesunder Rasen braucht einen Wert unter pH 5.
- Lichtmangel bzw. zu viel Schatten
- die falsche Mischung Saatgut
- vernachlässigter oder zu tiefer Schnitt
- kahle Stellen im Rasen

Video: Moos im Rasen - So entfernen Sie Moos richtig

Moos mechanisch entfernen

Die beste Möglichkeit ungeliebte Gewächse aus dem Rasen zu entfernen, gelingt durch das Vertikutieren. Das Vertikutiergerät verwenden Sie so ähnlich wie einen Rasenmäher. Dabei graben sich scharfe Messer in den Boden und entfernen das Moos. Die Graspflanzen bleiben stehen. Gleichzeitig wird der Boden durchlüftet und der Stoffwechsel kommt in Gang.

Wichtig ist, dass die ausgelösten Pflanzen direkt nach der Prozedur von der Rasenfläche genommen werden. Ansonsten können sie diese verschließen oder erneut anwachsen. Im Anschluss an die Pflegemaßnahme erhält der Rasen einem stickstoffbetonten Dünger. Die Nahrung regt das Wachstum der Grashalme an und entstandene Kahlstellen wachsen bald wieder zu. Größere Kahlstellen schließen Sie durch eine gezielte Nachsaat mit der passenden Grassorte.

Moos durch Rasendünger mit Moosvernichter bekämpfen

Moos reagiert empfindlich auf Eisensulfat. Die Zellen werden geschädigt und können kaum noch Wasser aufnehmen. Bringen Sie Rasendünger mit Moosvernichter auf der Basis von Eisen-II-Sulfat auf der Grünfläche aus, trocknet das Moos aus, erhält eine braune Farbe und stirbt ab. Auch bei dieser Maßnahme ist es wichtig, die abgestorbenen Reste umgehend von der Fläche zu entfernen.

Chemischen Moosvernichter einsetzen

Das Rasenkontaktherbizid findet dann Verwendung, wenn durch das Eisensulfat eine Überdüngung droht oder die umgebenden Steinplatten geschädigt werden können. Vor allem ein Moosvernichter mit dem Wirkstoff Pelargonsäure ist geeignet. Sie gießen das Mittel direkt auf die Moospflanzen aus.

Die beste Zeit liegt zwischen Frühjahr bis in den Herbst hinein. Die optimalen Temperaturen liegen um die 10° Celsius. Das Gute ist, dass die Wirkung praktisch sofort erfolgt. Nach etwa drei Tagen und der Entfernung der abgestorbenen Rückstände, können Sie entstandene Lücken mit den Rasensamen schließen.

Tipp: Moosbekämpfungsmittel mit Eisen-II-Sulfat können auf empfindliche Steinplatten Flecken hinterlassen. Mit einer vorherigen Abdeckung vermeidet Sie die Schädigung. Außerdem sollten Sie ihre Hände mit Handschuhen schützen.

Richtig kalken verhindert Mooswachstum

Der Säuregehalt des Bodens beeinflusst das Wachstum von Rasengräsern. Entdecken Sie Moos im Rasen, weisen diese auf eine Übersäuerung der Erde hin. Andere Anzeichen sind  schlecht wachsendes Gras, gelbe und vertrocknete Stellen. Für optimale Bedingungen für eine geschlossene Gründecke und tief wurzelndes Gras, muss häufig die Bodenbeschaffenheit gründlich verbessert werden. Dazu gilt es zuerst den pH-Wert der Erde zu analysieren.

Der ideale Wert liegt zwischen pH 5,5 und 7,5. Dieser Boden ist leicht sauer bis neutral. Ausgebrachter Kalk bringt den Säuregrad Ihres Bodens wieder ins Gleichgewicht und dämmt das Mooswachstum ein. Wann und wie oft Sie den Rasen kalken, bestimmt der jeweilige pH-Wert. Je nachdem wie niedrig dieser ist, kalken sie ein- bis zweimal im Jahr. Die richtige Zeit ist von März bis Ende Oktober.

So geht’s:
1. Den Rasen mähen und vertikutieren.
2. Die organische Masse restlos entfernen.
3. Den Kalk mit den Händen oder mit einem Streuwagen auf die Fläche verteilen.
4. Wenn kein Regen ansteht, den Rasen gut wässern.

Übrigens: Wenn sie den Rasen kalken, sollten sie keinen Dünger mit mineralischen Stickstoff oder Phosphate gleichzeitig ausbringen. Es würden wertvolle Nährstoffe verloren gehen.

Blumenwiese statt gepflegter Rasen

Eine Spezialfall ist Moos in einer Blumenwiese. Am leichtesten lassen Sie es von tierischen Helfern entfernen: Hühner scharren das Moos weg. Möchten Sie keine eigenen anschaffen, können Sie vielleicht von Bekannten zwei, drei Hühner borgen. Allerdings freuen sich diverse „Unkräuter“ wahrscheinlich über den Hühnerkot und wuchern, so gedüngt, besonders gut. Kommt diese Alternative nicht infrage, können sie versuche, einzelne Stellen der Wiese zu kalken oder mit Bodenaktivator zu behandeln.

Es gibt auch einige Tipps, wie sich Moos mit Hausmitteln entfernen lassen soll. Ob diese wirklich taugen, ist fraglich. Wir haben weder mit Essig noch Cola einen Erfolg erzielt. Besser ist es, sich damit zu arrangieren:

Lässt sich nichts gegen den sauren Boden unternehmen, was an der Lage und der allgemeinen Beschaffenheit liegen kann (viel Schatten, Waldgrundstück etc.), bietet es sich an, Blumen zu wählen, die genau solche Böden lieben. Das sind zum Beispiel Akelei oder Fingerhut. Wachsen bereits Wildblumen auf Ihrer Wiese, sollten Sie den PH-Wert nicht ändern. Zwar ist damit zu rechnen, dass das Moos verschwindet, aber leider werden auch Blumen und Wildkräuter eingehen.

Wie Sie mit Moos umgehen sollten, hängt davon ab, ob Sie einen gepflegten Rasen im Garten wünschen oder lieber eine bunte Blumenwiese möchten.

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